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Impuls

Es ist Zeit, die Wikinger anzurufen

Ein Gespräch mit Rickard Vikström, CEO und Gründer von Internet Vikings, über Disaster Recovery im Jahr 2026 und die Rückgewinnung der Infrastruktur- und Kostenkontrolle.

Rickard Vikström

Früher war die Wahl der Infrastruktur in der iGaming-Branche unkompliziert. Doch Unternehmen begnügen sich nicht mehr mit dem erstbesten Angebot, sondern analysieren nun genau, wie ihre Infrastruktur aufgebaut ist, was sie tatsächlich kostet und – noch wichtiger – wie sie unter Belastung funktioniert.

Wir sprachen mit Rickard Vikström darüber, warum es in der nächsten Wachstumsphase weniger um Expansion, sondern vielmehr um Kontrolle geht.

Rickard, es scheint, als würde die Branche ihre Abhängigkeit von Hyperscalern überdenken. Stimmt das, oder ist das nur Gerede?

Es ist Realität. Es handelt sich nicht um eine plötzliche Abkehr von den Hyperscalern, sondern eher um eine allmähliche Korrektur. Sie haben frühzeitig ein Problem gelöst: Geschwindigkeit. Wer schnell auf den Markt kommen musste, konnte dies dank ihrer Lösungen erreichen. Doch die Unternehmen sind heute etablierter. Sie versuchen nicht nur, in den Markt zu kommen, sondern auch, dort effizient zu agieren. Und genau da beginnen die Fragen.

Welche Fragen stellen die Betreiber jetzt, die sie vorher nicht gestellt haben?

Viel praktischere Fragen. Nicht: „Ist das skalierbar?“, das wissen wir bereits.

Jetzt heißt es:

  • Warum kostet das so viel? 
  • Was tragen wir mit uns herum, das wir nicht benutzen? 
  • Wo benötigen wir tatsächlich Flexibilität? 

Es findet ein klarer Wandel von einem expansionsorientierten zu einem operativen Denken statt.

Cybersicherheit ist ein zunehmend wichtiges Thema in der gesamten Branche. Welche Rolle spielt die Notfallwiederherstellung in diesem Kontext?

Alle reden derzeit über Cybersicherheit, aber auch die Notfallwiederherstellung spielt dabei eine wichtige Rolle, selbst wenn sie nicht immer so dargestellt wird. Bei der Notfallwiederherstellung geht es darum, Risiken zu minimieren. Sie schafft eine gewisse Trennung, sogar eine physische, die es Angreifern erschwert, auf kritische Systeme zuzugreifen. Wenn Sie einen großen Betrieb in einem einzigen Rechenzentrum betreiben, stellt das ein Risiko dar.

Behandeln die Betreiber die Notfallwiederherstellung als Priorität oder immer noch als Ausweichplan?

Früher dachte man erst im Nachhinein darüber nach. Heute wird es von Anfang an in die Infrastruktur integriert. In manchen Märkten, wie beispielsweise New Jersey, ist ein sofortiges sekundäres Schutzsystem von den Regulierungsbehörden vorgeschrieben. Doch auch dort, wo es nicht verpflichtend ist, erkennen immer mehr Betreiber das Risiko, darauf zu verzichten. Wir beobachten einen Wandel hin zu umfassenderen Strategien.

Die Zunahme von Cyberbedrohungen hat dies deutlich gemacht. Gleichzeitig werden die Regulierungsbehörden strenger, und die Betreiber sind sich der tatsächlichen Kosten von Ausfallzeiten zunehmend bewusst. 

Wie sieht eine wirksame Strategie zur Katastrophenbewältigung heutzutage konkret aus?

Letztendlich kommt es auf einige wenige Schlüsselfaktoren an:

  • Führen Sie regelmäßig Stresstests an Ihrem System durch. 
  • Gestaltung georedundanter Umgebungen 
  • Sicherstellen, dass das Failover tatsächlich funktioniert und nicht nur auf dem Papier existiert. 

Und vor allem soll all dies ohne unnötige Komplexität gelingen. Denn Komplexität birgt eigene Risiken.

Was bedeutet das langfristig für Hyperscaler?

Sie sind auf allgemeine Nutzung ausgelegt. Das funktioniert in vielen Branchen. Doch reguliertes Glücksspiel ist nicht allgemein gehalten. Es ist in sehr spezifischer Hinsicht restriktiv und leistungssensitiv. Das schafft Raum für spezialisiertere Anbieter wie Internet Vikings.

Was schätzen die Betreiber heute mehr als noch vor einigen Jahren?

Sie wollen ihre Infrastruktur verstehen.

Das bedeutet:

  • Sie wissen genau, wofür sie bezahlen 
  • Umgebungen, die ihren Arbeitslasten entsprechen 
  • Die Möglichkeit, Menschen zu erreichen, die ihr System verstehen. 

Es geht weniger darum, alles verfügbar zu haben, sondern vielmehr darum, die richtigen Dinge am richtigen Ort zu haben.

Wie wichtig ist Cloud-Unabhängigkeit in diesem Umfeld?

Wenn man an einen einzigen Hyperscaler, dessen Preisgestaltung, dessen Tools und dessen Vorgehensweise gebunden ist, verliert man an Flexibilität.

Cloud-Unabhängigkeit bedeutet Flexibilität. Sie können sich anpassen und die optimale Lösung wählen. Zudem reduziert sie Risiken, da Sie nicht von einer einzigen Umgebung abhängig sind.

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