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Gesetzgebung

Brasiliens Oberster Richter setzt Sperrung von Glücksspielkonten für Sozialhilfeempfänger teilweise aus

Richter Luiz Fux vom Obersten Bundesgerichtshof (STF) hat die teilweise Aussetzung der Wirkungen von Normen des Finanzministeriums angeordnet, die die Sperrung und obligatorische Schließung aktiver Konten auf Online-Glücksspielplattformen vorsahen, die von Leistungsempfängern sozialer Programme in Brasilien genutzt werden.

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Richter Luiz Fux Bundesgericht (BGH) hat die teilweise Aussetzung der Wirkungen der vom Finanzministerium erlassenen Vorschriften beschlossen, die die Sperrung und obligatorische Schließung aktiver Konten auf Online-Glücksspielplattformen vorsahen, die von Leistungsempfängern sozialer Programme in Brasilien genutzt werden.

In derselben Entscheidung, die am Freitag (19.) erging, verlegte Fux die Schlichtungsverhandlung bezüglich des Direkte Klage wegen Verfassungswidrigkeit (ADI) 7721 bis zum 10. Februar 2026 um 15:00 Uhr. Zuvor war die Anhörung für den 17. März angesetzt.

Laut Fux sind die operativen Verpflichtungen zur Sperrung und Schließung bestehender Konten bis zur Anhörung ausgesetzt. Fux stellte klar, dass sich die Entsperrung auf Beträge bezieht, die den Wert des Familientasche und der Kontinuierliche Geldleistung (BPC)) Sozialprogramme. Das Verbot der Neuregistrierung oder Eröffnung neuer Konten bleibt jedoch bestehen, um zu verhindern, dass Leistungsempfänger am Glücksspiel teilnehmen.

Die Maßnahme wurde aufgrund der bevorstehenden gerichtlichen Sommerpause und des Risikos der Unumkehrbarkeit konkreter, auf der Verordnung des Finanzministeriums beruhender Handlungen ergriffen. SPA/MF 2.217/2025 und der Normative Anweisung SPA/MF Nr. 22/2025 Beide Verordnungen wurden im Oktober veröffentlicht. Sie regeln die Beschränkung der Teilnahme von Leistungsempfängern beider Sozialprogramme an Wetten mit festen Quoten. Die Maßnahme entspricht der vorsorglichen Gerichtsentscheidung des Obersten Bundesgerichtshofs (STF) in den Verfassungswidrigkeitsverfahren Nr. 7721 und 7723.

In einer früheren Vorsichtsentscheidung, die im November 2024 vom Plenum gebilligt wurde, ordnete die STF der Bundesregierung an, Maßnahmen zu ergreifen, um die Verwendung von Ressourcen aus Sozialprogrammen für Online-Glücksspiel zu verhindern, da dies negative Auswirkungen auf Familienbudgets und die psychische Gesundheit, insbesondere von gefährdeten Personen, hat.

Zur Umsetzung dieser Entscheidung erließ das Finanzministerium Normen, die die Registrierung und Nutzung von Glücksspielplattformen durch Begünstigte dieser Programme untersagen und auch die Schließung bestehender Konten vorsehen.

Der Nationale Verband der Spiele- und Lotteriegesellschaften argumentierte in diesem Zusammenhang, dass diese normativen Maßnahmen den Rahmen der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs überschreiten würden, da sie sich umfassend auf aktive Konten auswirken würden, einschließlich solcher mit Guthaben, die nicht aus Sozialleistungen stammen.

Bei der Prüfung des Antrags hielt Minister Luiz Fux es für notwendig, das bisherige positive Ergebnis des Verfahrens zu wahren und diesen Punkt in der Schlichtungsverhandlung gesondert zu erörtern. Er erklärte, die vorläufige Aussetzung verhindere irreparablen Schaden, ohne das weiterhin bestehende Verbot der Kontoeröffnung aufzuheben.

Die Schlichtungsanhörung bringt Vertreter des Nationalen Verbandes des Waren-, Dienstleistungs- und Tourismushandels (CNC), der Brasilianischen Vereinigung für wirtschaftliche Freiheit (ABLE), der Bundesregierung, des Finanzministeriums und des Generalstaatsanwalts der Republik (PGR) zusammen, um die Grenzen und Auswirkungen der bereits in Kraft getretenen Maßnahmen zu klären.

In Brasilien ist die Direkte Verfassungswidrigkeitsklage (ADI) ein spezielles Rechtsinstrument des STF, mit dem Bundes- oder Landesgesetze und normative Akte direkt vor dem höchsten Gericht angefochten werden können, um eine endgültige Entscheidung darüber zu erwirken, ob sie mit der brasilianischen Bundesverfassung vereinbar sind.

Im September 2024 Die Solidaritätspartei Er reichte bei der STF eine Klage gegen das brasilianische Online-Sportwettengesetz ein. Direkte Klage wegen Verfassungswidrigkeit (ADI 7723) war die zweite Straftat – die erste wurde eingereicht von der Nationale Verband des Handels mit Waren, Dienstleistungen und Tourismus (CNC)).

In ADI 7723 verweist die Partei Solidarność auf aktuelle Studien und Umfragen, die den exponentiellen Anstieg der Haushaltsverschuldung und das mit Spielsucht verbundene riskante Verhalten belegen. Sie verweist zudem auf den Rückgang der Kaufkraft und des Einkommens in Familien, einschließlich der Kürzungen bei Sozialprogrammen wie Bolsa Família, die besonders bedürftigen Menschen zugutekommen.

In der Zwischenzeit forderte die CNC mit dem Antrag ADI 7721 die sofortige Aussetzung und anschließende Aufhebung des Gesetzes zur Regulierung von Sportwetten mit festen Quoten in Brasilien. Als Gründe wurden negative Auswirkungen auf die nationale Wirtschaft und die öffentliche Gesundheit sowie die potenzielle Gefährdung von Minderjährigen durch Online-Glücksspiel und -Wetten angeführt.

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